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Fahrradabstellanlage planen: in sechs Schritten zur passenden Anlage

Kostenlose Praxishilfe für Gemeinden und Bauhöfe

Eine gute Abstellanlage wird genutzt, eine schlechte steht leer – während die Räder daneben am Zaun lehnen. Der Unterschied liegt selten im Preis, sondern fast immer in Lage, System und Abständen. Dieser Leitfaden führt in sechs Schritten durch die wichtigsten Entscheidungen.

Kostenlos zum Ausdrucken: Leitfaden Fahrradabstellanlage als PDF (3 Seiten) – zum Abhaken im Bauhof oder für die nächste Besprechung.

→ Leitfaden Fahrradabstellanlage herunterladen (PDF)

Schritt 1: Bedarf ermitteln

Wo? Typische Standorte in Gemeinden sind Gemeindeamt, Schulen, Kindergärten, Nahversorger, Bus- und Bahnhaltestellen, Sportplätze, Freibad, Friedhof, Kirche und Veranstaltungsorte.

Wie viele? Der einfachste Hinweis auf den echten Bedarf: Zählen Sie an mehreren Tagen, wie viele Räder dort heute stehen, auch die „wild“ abgestellten. Als Orientierung können die Empfehlungen der Stadt Wien dienen:

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NutzungRichtwert Stellplätze
Schule1 je 5 Schülerinnen und Schüler, dazu 1 je 5 Beschäftigte; mindestens die Hälfte überdacht
Kindergarten1 je 10 Kinder, dazu 1 je 5 Beschäftigte; die Hälfte überdacht
Arbeitsstätte, Gemeindeamt1 je 5 bis 10 Arbeitsplätze, dazu Plätze für Kundschaft
Nahversorger1 je 25 m² Verkaufsfläche
Sport- und Freizeitanlage1 je 5 bis 10 Garderobenkästchen
Veranstaltungsort1 je 10 bis 50 Besucherplätze

Mindestens jeder zehnte Platz sollte für Lastenräder und Räder mit Anhänger geeignet sein. Planen Sie außerdem eine Reserve ein: Gute Anlagen ziehen zusätzliche Radfahrende an. Bei Neubauten können Bauordnung oder Bebauungsplan Mindestzahlen vorschreiben.

Schritt 2: Den richtigen Ort wählen

  • Direkt beim Eingang und von dort sichtbar. Radfahrende stellen ihr Rad dort ab, wo sie ankommen. Liegt die Anlage ums Eck, bleibt sie leer.
  • Gut einsehbar und beleuchtet, damit Absperren auch im Dunkeln leicht geht und Diebe gesehen werden.
  • Fahrend oder schiebend barrierefrei erreichbar, ohne Stufen und Umwege.
  • Niemanden behindern: Fußgänger, Kinderwagen, Rollstühle, Fahrgäste an Haltestellen und Kfz-Verkehr brauchen ihren Platz.
  • Winterdienst mitdenken: Lässt sich rundherum räumen? Wohin kommt der Schnee?
  • Platz finden: Ein einziger Pkw-Stellplatz bietet Raum für etwa 5 Anlehnbügel, also 10 Räder.

Schritt 3: Das passende System

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SystemStärkenGrenzenTypischer Einsatz
Anlehnbügel („Wiener Bügel“)Rahmen und Vorderrad anschließbar, für alle Radtypen inkl. Lasten- und Kinderräder, flexibel anzuordnenMontage aufwendiger, Untergrund muss geeignet sein; Räder können längs verrutschenStandard im öffentlichen Raum, Kurzparken
Einstellbügel, ReihenparkerRad steht sehr stabil, teils ohne Bodenverankerung möglich, höhenversetzt platzsparendnicht für zweispurige LastenräderSchulen, Betriebe, Wohnanlagen
Doppelstockparkeretwa doppelte Kapazität auf gleicher Flächemindestens 2,75 m Raumhöhe, Bedienung oben aufwendiger, nicht für LastenräderBahnhof, große Schulen, Innenräume
FahrradboxSchutz vor Wetter, Diebstahl und Vandalismus, Platz für Helm und Zubehörmeist nicht für Lastenräder oder Räder mit KindersitzLangzeitparken an Bahnhof und Park & Ride

Abzuraten ist von reinen Vorderradhaltern, an denen sich der Rahmen nicht anschließen lässt. Sie bieten keinen Diebstahlschutz und gelten in Fachempfehlungen als ungeeignet.

Der Leitfaden zum Ausdrucken

Alle sechs Schritte auf drei Seiten – mit Richtwerten, Systemvergleich und Checkliste „Auf einen Blick“.

→ PDF herunterladen

Kostenlos, ohne Anmeldung. Gerne weitergeben – an Kolleginnen und Kollegen, den Bauhof oder andere Gemeinden.

Schritt 4: Qualität prüfen

  • Rahmen und mindestens ein Laufrad lassen sich mit einem Schloss sichern.
  • Das Rad steht stabil und kippt auch beim Beladen nicht um.
  • Abstellen geht schnell und ohne Kraftaufwand.
  • Die Konstruktion ist robust, korrosionsgeschützt und vandalismusbeständig.
  • Bei längerem Abstellen (Schule, Bahnhof, Arbeitsplatz) gibt es eine Überdachung.

Schritt 5: Maße und Montage

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PlanungswertEmpfehlung
Abstand zwischen zwei Anlehnbügelnideal 1,20 m, mindestens 1,00 m
Stellplatzbreite Einstellbügel0,80 m höhengleich, 0,50 m höhenversetzt
Fläche pro RadRichtwert mindestens 1,6 m² Stellfläche
Raumhöhe Doppelstockparkermindestens 2,75 m

Dazu kommt die Rangierfläche zum Ein- und Ausparken. Genaue Planungswerte für Stellplätze und Fahrgassen enthält die RVS 03.02.13 Radverkehr. Bei der Montage auf den Untergrund achten: Anlehnbügel werden einbetoniert oder auf ein tragfähiges Fundament gedübelt. Abstände zu Wänden, Bäumen und Fahrbahnrand so wählen, dass auch längere Räder Platz haben und die Anlage gereinigt und geräumt werden kann.

Schritt 6: Förderung klären, bevor bestellt wird

Die Förderaktion „klimaaktiv mobil 2025“ (auch für Radabstellanlagen) wurde vorzeitig beendet, weil die Mittel ausgeschöpft waren; eine Neuauflage hängt vom verfügbaren Budget ab. Prüfen Sie deshalb vor der Bestellung den aktuellen Stand bei umweltfoerderung.at und beim Land Niederösterreich (radland.at). Zuletzt galten bei der Bundesförderung unter anderem diese Bedingungen, die bereits die Produktwahl beeinflussen:

  • Ausführung nach den Qualitätskriterien der RVS 03.02.13
  • Räder versperrbar bzw. am Rahmen sicherbar
  • mindestens 10 Stellplätze
  • fix mit dem Untergrund verbunden (frei stehende Reihenparker wären damit nicht förderfähig)
  • barrierefrei vom öffentlichen Straßenraum zugänglich
  • Antrag spätestens 9 Monate nach Rechnungslegung

Auf einen Blick

  • Bedarf gezählt, Reserve und Lastenradplätze eingeplant
  • Standort direkt am Eingang, sichtbar, beleuchtet, barrierefrei
  • System passend zur Parkdauer gewählt, keine reinen Vorderradhalter
  • Abstände und Rangierflächen eingehalten
  • Überdachung bei längerem Abstellen
  • Winterdienst und Reinigung möglich
  • Förderbedingungen vor der Bestellung geprüft

Passende Anlagen finden Sie unter Fahrradparken und Überdachungen.

Dieser Leitfaden ersetzt keine Fachplanung. Die Richtwerte zu Stellplatzanzahl und Maßen stammen aus den Empfehlungen der Stadt Wien und dienen als Orientierung; maßgeblich sind die RVS 03.02.13 und die örtlichen Vorgaben. Stand: Oktober 2026.

Fragen zur Planung?

Straßenprofi – Esletzbichler Verkehrstechnik GmbH · Tel. +43 7488 21101 30 · wolfpassing@evkt.at · Mo–Fr 8–17 Uhr